Rommel-Kaserne

Sie zählt zu einer der ältesten Bundeswehrkasernen im Land. Die Rede ist von der Rommel-Kaserne in Dornstadt, in der vor mehr als 60 Jahren die ersten Soldaten einrückten. Damals hieß der militärische Sicherheitsbereich noch „Kaserne auf dem Lerchenfeld“, in der am 2. Januar 1962 die Männer des Panzerbataillons 303 aus Münsingen ihre neue Heimat fanden. Wenig später folgte das Nachschubbataillon 210 aus Ulm. Die offizielle Einweihung fand am 21. Juni 1963 statt.

31 Jahre lang prägen schwere Kettenfahrzeuge wie „Leopard“ und „Marder“ das Soldatenleben in Dornstadt. 1993 änderte sich das grundlegend. Von diesem Zeitpunkt an dominieren mehr als ein Jahrzehnt lang Logistiktruppen in der Kaserne, bevor 2014 der Sanitätsdienst dort einzog. Wurde die Bundeswehr einst als Armee zur Landesverteidigung aufgestellt, ist sie heute in erster Linie an humanitären Einsätzen in Deutschland und der restlichen Welt beteiligt.

Neben friedenserhaltenden Missionen unterstützen die Soldaten aus Dornstadt zivile Einsatzkräfte, die Folgen von Kriegen und Naturkatastrophen zu bewältigen. So zum Beispiel in Ulm und Neu-Ulm, als die Donau beide Städte teilweise überflutet hatte.

Rückblick: „In Dornstadt ist keine Kaserne alten Stils mit einer starren Gliederung um einen Kasernenhof entstanden, sondern eine aufgelockerte Anlage in einem Grünraum, die ebenso eine Großsiedlung mit Feierabendhaus sein könnte“, schrieb damals die Schwäbische Donau Zeitung. 1965 erhielt die militärische Liegenschaft den Namen Rommel-Kaserne. Mitte der 1970er-Jahre stieß die Kaserne an die Grenzen ihrer Kapazität. Das Verteidigungsministerium entschied, die „Rommel-Ranch“, wie sie von den Soldaten liebevoll genannt wird, um 22 auf 62 Hektar zu vergrößern. Den Umbruch in der DDR bekamen die Soldaten hautnah mit. Von Anfang 1990 an mussten sie enger zusammenrücken. Rund 200 Aus- und Übersiedler waren fast zweieinhalb Jahre lang in der Turnhalle und in einem Unterkunftsgebäude einquartiert.

Der politische Umschwung, die deutsche Wiedervereinigung und das Ende der Sowjetunion führten zu großen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr. Dabei traf es auch die Panzerbrigade 28, die im Frühjahr 1993 außer Dienst gestellt wurde. Kurz danach zog das neu aufgestellte Instandsetzungsregiment 21 in Dornstadt ein. Ende 1993 wurde es ernst. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kaserne mussten Soldaten aus dem Standort in einen Auslandseinsatz außerhalb des Nato-Gebietes. Sie unterstützten die Vereinten Nationen im ostafrikanischen Somalia.

Nur drei Jahre lang existierte das Instandsetzungsregiment 21. 1996 folgte im Rahmen „Neues Heer für neue Aufgaben“ das Logistikregiment 47. Seit 2014 ist das Sanitätsregiment 3 „Alb-Donau“ Hausherr in der Kaserne. Außerdem sind dort noch unter anderem ein Ausbildungs- und Simulationszentrum, das Kraftfahrausbildungszentrum Simulator, die Logistische Steuerstelle 6, eine militärische Fahrschule für Lkw und Pkw sowie Teile des Bundeswehrdienstleistungszentrum Ulm.

Zudem beherbergt der Standort den Berufsförderungsdienst, das evangelische Militärpfarramt Ulm II sowie die Heeresinstandsetzungs-Niederlassung. Zusammen dienen und arbeiten dort rund 1200 Soldaten und zivile Mitarbeitende. In den vergangenen Jahren hat der Bund knapp 50 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der militärischen Liegenschaft ausgegeben.

Immer wieder schauten prominente Gäste bei den Soldaten auf dem Lerchenfeld vorbei. So zum Beispiel die Bundeskanzler Willy Brandt und Ludwig Erhard, der König von Nepal Birendra Bir Bikram Shah Dev, die Verteidigungsminister Volker Rühe, Hans Apel, Georg Leber, Rupert Scholz und Manfred Wörner. Außerdem US-Verteidigungsminister James R. Schlesinger, der damalige Kronprinz von Spanien Juan Carlos, der im Kampfpanzer Leopard übers Lerchenfeld bretterte, sowie der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, dessen militärische Karriere 1966 in der Rommel-Kaserne begonnen hatte.

Das Kraftfahrausbildungszentrum Simulator hat seit 1997 eine Patenschaft mit Herrlingen (Alb-Donau-Kreis), das Sanitätsregiment 3 „Alb-Donau“ seit 2016 mit dem Alb-Donau-Kreis. Die erste Kompanie pflegt freundschaftliche Kontakte mit der Garnisonsgemeinde Dornstadt (Alb-Donau-Kreis), die „Dritte“ mit Lonsee (Alb-Donau-Kreis), die „Vierte“ mit Kammeltal (Kreis Günzburg), die „Sechste“ mit Burgau (Kreis Günzburg), die „Siebte“ mit Langenau (Alb-Doanu-Kreis) und die „Achte“ mit Zusmarshausen (Landkreis Augsburg).


Einweihung der Kaserne im Juni 1963